

Die Ludwig ist die Dresswatch-Linie innerhalb des NOMOS-Portfolios. Während die übrigen Kollektionen der Marke konsequent einer modernistischen Formensprache folgen, orientiert sich die Ludwig an der Ästhetik historischer Taschenuhren und übersetzt diese in eine flache, reduzierte Armbanduhr. Römische Ziffern, eine Eisenbahnminuterie und ein rundes, betont schlankes Gehäuse bilden die gestalterischen Konstanten der Reihe. Angetrieben wird die gesamte Kollektion von hauseigenen Manufakturkalibern aus Glashütte. Die Ludwig deckt Gehäusegrößen von knapp 33 bis gut 40 mm ab und ist sowohl mit Handaufzug als auch mit Automatikwerk erhältlich.
Die Ludwig gehört zu den vier Gründungsmodellen, mit denen NOMOS Glashütte 1991 startete. Roland Schwertner hatte die Marke im Januar 1990 gegründet, um die Glashütter Uhrmachertradition nach der politischen Wende wiederzubeleben. Zusammen mit Tangente, Orion und Tetra wurde die Ludwig von der Designerin Susanne Günther gestaltet, die sich an einem Zifferblatt des historischen deutschen Herstellers Weber & Baral aus dem Jahr 1937 orientierte und Typografie sowie Proportionen für die neue Kollektion überarbeitete.
In den ersten fünfzehn Jahren arbeiteten die Modelle mit veredelten Schweizer Rohwerken auf Basis des ETA/Peseux 7001. Ab 2005 setzte NOMOS hauseigene Kaliber ein, zunächst das manuelle Alpha und das automatische Epsilon. Ein wesentlicher technischer Einschnitt folgte 2014 mit der Einführung des NOMOS-Swing-Systems, einer in Kooperation mit der TU Dresden entwickelten hauseigenen Hemmung, die die Abhängigkeit von Schweizer Zulieferern vollständig beendete. Die darauf basierenden DUW-Kaliber bilden heute das Fundament aller Ludwig-Modelle. 2015 kam mit dem DUW 3001 ein ultraflaches Automatikwerk mit 3,2 mm Bauhöhe hinzu, das die Neomatik-Linie innerhalb der Ludwig ermöglichte.
Über die Jahre wurde die Ludwig durch Sonder- und Jubiläumsmodelle ergänzt. 2020 erschienen anlässlich von 175 Jahren Glashütter Uhrmacherei drei auf je 175 Stück limitierte Modelle mit emailleweißen Zifferblättern. Weitere Editionen entstanden zum 75. Jubiläum des deutschen Grundgesetzes sowie in Zusammenarbeit mit Ärzte ohne Grenzen. 2025 stellte NOMOS die Ludwig erstmals in Gehäusen aus recyceltem 18-Karat-Gold vor.
Das Gehäuse der Ludwig zeichnet sich durch weich geschwungene Flanken, eine schmale, eingelassene Lünette und lange, sanft gewölbte Bandanstöße aus, die an die Drahtanstöße früher Armbanduhren erinnern. Diese Formensprache erzeugt ein fließendes Profil, das sich eng an die Silhouette einer Taschenuhr anlehnt. Als Gehäusematerial dient Edelstahl der Güte 316L, bei den Goldvarianten recyceltes 18-Karat-Gold, das auch für Krone und Schließe verwendet wird. Die Bauhöhen sind durchweg schlank und reichen von 6,25 mm bei der klassischen 35-mm-Version mit Massivboden bis 7,7 mm bei der Neomatik 41 Datum. Damit eignen sich alle Ludwig-Modelle als Dresswatches, die sich unauffällig unter einer Manschette tragen lassen.
Sämtliche Modelle verwenden kratzfestes Saphirglas, teilweise in gewölbter Ausführung. Die Zifferblätter werden je nach Referenz versilbert, galvanisiert, mit Ruthenium beschichtet oder als Emaille-Zifferblatt gefertigt. Bei der Position 4 Uhr setzt NOMOS der uhrmacherischen Tradition folgend auf die Schreibweise „IIII" statt „IV", um die visuelle Symmetrie zu wahren. Die Zeiger sind je nach Variante temperaturgebläut oder vergoldet. Als Armbandmaterial kommen Horween Genuine Shell Cordovan Leder und Veloursleder zum Einsatz, verschlossen durch die hauseigene NOMOS-Flügelschließe aus Edelstahl oder, bei den Goldmodellen, aus massivem Gold.
Im Inneren arbeiten drei verschiedene Manufakturkaliber, die alle in Glashütte gefertigt werden und das NOMOS-Swing-System als Hemmung nutzen. Das Handaufzugswerk DUW 4001 misst 23,3 mm im Durchmesser bei 2,6 mm Bauhöhe, verfügt über 17 Rubinlager, eine Glashütter Dreiviertelplatine, Glashütter Stopwork und wird in sechs Positionen justiert, was eine Position über dem üblichen Industriestandard liegt. Die Gangreserve beträgt 53 Stunden, ein Sekundenstopp ermöglicht präzise Zeiteinstellung. Die Werksfinissierung umfasst rhodinierte Oberflächen mit Glashütter Streifenschliff und NOMOS-Perlage, temperaturgebläute Schrauben sowie Sonnenschliff auf Sperr- und Kronrad. Das Kaliber DUW 4001 Duo basiert auf derselben Architektur, verzichtet aber auf laufende Sekundenanzeige und Sekundenstopp bei identischer Gangreserve. Das ultraflache Automatikkaliber DUW 3001 erreicht mit 3,2 mm Bauhöhe die geringe Gehäusedicke der Neomatik-Modelle und bietet einen bidirektionalen Rotor, 27 Rubinlager, Handaufzugsmöglichkeit, Sekundenstopp und 43 Stunden Gangreserve. Das DUW 6101 in der Neomatik 41 Datum ergänzt eine Datumsanzeige in römischen Ziffern mit Korrektur in beide Richtungen bei 42 Stunden Gangreserve.
Die Wasserdichtigkeit unterscheidet sich nach Gehäusekonstruktion. Die kompakteren Modelle wie die Ludwig 33 noir und die klassische 35-mm-Version sind bis 3 atm druckresistent, was Spritzwasserschutz entspricht. Die Ludwig 38, Neomatik 39 und Neomatik 41 Datum bieten 5 atm nach DIN 8310, also Schutz gegen kurzzeitigen Wasserkontakt beim Händewaschen, jedoch keine Eignung zum Schwimmen.
Die Ludwig-Kollektion lässt sich in drei Gruppen gliedern, die sich nach Antriebsart, Gehäusegröße und Material unterscheiden.
Die Handaufzugsmodelle umfassen die Ludwig 33 mit 32,8 mm Durchmesser und 6,5 bis 6,6 mm Bauhöhe, die klassische Ludwig mit 35 mm und 6,25 bis 6,75 mm Bauhöhe sowie die Ludwig 38 mit 37,5 mm. Die kleinste Variante ist auch als Ludwig 33 noir mit schwarzem Zifferblatt erhältlich. Bei den Zifferblattfarben stehen Weiß versilbert, Emailleweiß, Anthrazit und Champagner zur Wahl. Alle Handaufzugsmodelle nutzen das DUW 4001 oder, bei den Zweizeiger-Varianten ohne Sekundenanzeige, das DUW 4001 Duo. Beide Kaliber bieten 53 Stunden Gangreserve. Die Modelle sind wahlweise mit Massivboden oder Saphirglasboden erhältlich, wobei der Saphirglasboden den Blick auf das Werk freigibt, die Gehäusehöhe aber geringfügig erhöht.
Die Neomatik-Modelle mit Automatikwerk umfassen die Ludwig Neomatik 39 mit 38,5 mm Durchmesser und 7,0 mm Bauhöhe sowie die Ludwig Neomatik 41 Datum mit 40,5 mm und 7,7 mm. Die Neomatik 39 arbeitet mit dem DUW 3001, die Neomatik 41 Datum mit dem DUW 6101. Letztere ist das einzige Ludwig-Modell mit Datumsanzeige, wobei auch das Datum in römischen Ziffern dargestellt wird, um die gestalterische Einheit des Zifferblatts zu erhalten.
Die Goldmodelle Ludwig Gold 33, Ludwig Gold und Ludwig Gold Doré verwenden Gehäuse, Krone und Schließe aus recyceltem 18-Karat-Gold. Sie sind seit 2025 Teil der Kollektion und richten sich an Käufer, die eine Ludwig in Edelmetall suchen.
Die Wahl des passenden Ludwig-Modells hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: dem Handgelenkumfang, der bevorzugten Antriebsart und dem geplanten Einsatzzweck.
Wer ein schmaleres Handgelenk hat oder eine besonders zierliche Uhr bevorzugt, findet in der Ludwig 33 mit knapp 33 mm und unter 7 mm Bauhöhe die kompakteste Option. Die klassische 35-mm-Version und die Ludwig 38 decken den mittleren Bereich ab und eignen sich für Handgelenke, die eine Dresswatch mit etwas mehr Präsenz tragen können. Die Neomatik-Modelle ab 38,5 mm bieten den Komfort eines Automatikwerks und eignen sich für Träger, die auf regelmäßiges Aufziehen verzichten möchten. Wer eine Datumsanzeige benötigt, kommt ausschließlich bei der Neomatik 41 Datum in Frage.
Die Wasserdichtigkeit ist bei allen Modellen auf alltäglichen Schutz ausgelegt. Für Aktivitäten mit intensivem Wasserkontakt ist die Ludwig nicht konzipiert. Wer eine robustere NOMOS-Uhr mit höherer Druckfestigkeit sucht, sollte andere Kollektionen der Marke in Betracht ziehen. Zu beachten ist auch, dass die Handaufzugsmodelle mit 53 Stunden Gangreserve problemlos über ein Wochenende durchlaufen, während die Automatikkaliber mit 42 bis 43 Stunden etwas weniger Reserven bieten, dafür aber bei regelmäßigem Tragen nicht manuell aufgezogen werden müssen.
Die Entscheidung zwischen Massivboden und Saphirglasboden bei den Handaufzugsmodellen ist vor allem eine ästhetische. Der Saphirglasboden gibt den Blick auf das Manufakturwerk frei, erhöht die Bauhöhe aber um einige Zehntelmillimeter.
NOMOS Glashütte wird bei ALTHERR an den Standorten in Berlin und Hannover geführt. Beide Häuser sind auf Google mit jeweils 5,0 Sternen bewertet, was für eine hohe Kundenzufriedenheit spricht. Wenn du dich für eine Ludwig interessierst, kannst du dich direkt an einen der beiden Standorte wenden, um die aktuelle Verfügbarkeit einzelner Referenzen zu klären oder einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren. Die Mitarbeiter kennen die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellvarianten und können dir helfen, die passende Gehäusegröße und Antriebsart für dein Handgelenk und deinen Alltag zu finden.Solltest du eine digitale Beratung bevorzugen, stehen wir dir auch per E-Mail, Telefon und WhatsApp zur Verfügung, um deine Fragen zu klären. Sollten wir nicht erreichbar sein, bieten unser Magazin und YouTube-Kanal hochwertigen Content zur Selbstrecherche. So stellen wir sicher, dass du deine passende Uhr findest. NOMOS gewährt auf alle Modelle eine weltweite Herstellergarantie von zwei Jahren.