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Überblick

Einleitung

Die NOMOS Glashütte Ahoi ist die sportlich ausgelegte Linie der sächsischen Manufaktur. Sie kombiniert das reduzierte, vom Bauhaus geprägte Gestaltungsprinzip, das NOMOS seit den frühen 1990er-Jahren kennzeichnet, mit einer Wasserdichtigkeit von 20 Bar. Konstruktiv ist die Ahoi damit auf Schwimmen, Schnorcheln und Wassersport ausgelegt, versteht sich aber nicht als Taucheruhr im normativen Sinn. Trotz der hohen Druckfestigkeit fällt das Gehäuse auffallend flach aus, sodass die Uhr sowohl bei sportlicher Nutzung als auch im beruflichen Umfeld funktioniert. Innerhalb des NOMOS-Portfolios besetzt die Ahoi damit die Rolle des wasserdichten Alltagsbegleiters. Sie ist robust konstruiert, aber gestalterisch auf der Linie der bekannten Tangente aufgebaut.

Hintergrund und Entwicklung

NOMOS Glashütte wurde 1990 durch Roland Schwertner in Glashütte, Sachsen, gegründet. Die ersten Kollektionen Tangente, Orion, Ludwig und Tetra erschienen 1992 mit Handaufzugswerken. 2005 erfolgte die Umstellung von ETA-basierten Kalibern auf vollständig in Glashütte gefertigte Manufakturwerke.

Die Ahoi wurde 2013 auf der Baselworld eingeführt, zunächst in zwei Varianten mit 40 Millimetern Durchmesser: ohne Datum mit dem Kaliber Epsilon und mit Datum mit dem Kaliber Zeta. Gestalterisch übernahm die Uhr das Designvokabular der Tangente, ergänzte es jedoch um Kronenschutz, verschraubte Krone und eine auf 20 Bar ausgelegte Gehäusekonstruktion. 2014 stellte NOMOS das hauseigene Swing-System vor, ein über sieben Jahre entwickeltes Hemmungs- und Schwingungssystem, das die Abhängigkeit von Schweizer Zulieferern vollständig beendete. Im selben Jahr erweiterten die Atlantik-Varianten mit tiefblauem Zifferblatt und vergoldeten Zeigern die Kollektion. Das ultraflache Automatikkaliber DUW 3001, das das Swing-System erstmals vollständig integrierte, folgte 2015.

Ab 2017 wurde die Kollektion systematisch in weiteren Gehäusegrößen ausgebaut. Die Ahoi neomatik mit 36,3 Millimetern Durchmesser und dem DUW 3001 erschien in diesem Jahr, begleitet von Zifferblattfarben wie Signalblau und Signalrot. 2018 erhielten die 40-mm-Modelle die aktualisierten Kaliber DUW 5001 und DUW 5101. Ein optisches Facelift der Atlantik-Serie folgte 2022 mit weißen Indizes, rhodinierten Zeigern und gelber Super-LumiNova-Füllung anstelle des bisherigen Gold-Farbschemas. 2023 schloss NOMOS die Größenlücke zwischen 36,3 und 40,3 Millimetern: Die Ahoi neomatik 38 Datum debütierte mit 38,5 Millimetern und dem Kaliber DUW 6101 in den Zifferblattfarben Sky und Sand. 2024 kam die Atlantik-Variante in 38,5 mm hinzu, und im Juni 2025 ergänzte ein klassisches weiß-versilbertes Zifferblatt (Referenz 525) die mittlere Baureihe.

Typische Merkmale der Kollektion

Alle Ahoi-Gehäuse bestehen aus chirurgischem Edelstahl der Legierung 316L mit einem Molybdänanteil von 2 bis 2,5 Prozent, der eine hohe Korrosionsbeständigkeit in Salz- und Chlorwasser gewährleistet und den Stahl zugleich allergikerfreundlich macht. Das zweiteilig konstruierte Gehäuse folgt einem flachen, zylindrischen Profil, das architektonisch auf der Designsprache der Tangente basiert. Charakteristisch sind die langen, schmalen Hörner, die gerade aus der oberen Gehäusehälfte entspringen und in einem scharfen Winkel nach unten abfallen. Durchbohrte Ösen an den Hörnern ermöglichen einen werkzeuglosen Bandwechsel. Ein dezenter Kronenschutz, der zum Gehäuse hin ausläuft, schützt die verschraubte Krone vor Stößen. Die Krone selbst verfügt über einen roten Ring am Schaft, der sichtbar wird, sobald die Krone nicht vollständig verschraubt ist. So besteht ein visueller Hinweis, dass die Wasserdichtigkeit in diesem Zustand nicht gesichert ist.

Die Gehäusehöhen fallen trotz 20 Bar Druckfestigkeit gering aus. Die 36,3-mm-Variante misst 9,6 mm, die 38,5-mm-Version erreicht je nach Bodenart 9,8 bis 9,9 mm, und die 40,3-mm-Modelle bleiben mit 10,64 mm unterhalb der Schwelle, die bei konventionellen Taucheruhren mit 12 bis 15 mm üblich ist. Auf eine drehbare Lünette wird bei allen Modellen bewusst verzichtet. Die Vorderseite schützt ein beidseitig entspiegeltes, gewölbtes Saphirglas, das die Ablesbarkeit unter Wasser und bei direkter Sonneneinstrahlung verbessert. Der sechsfach verschraubte Gehäuseboden sichert zusammen mit der verschraubten Krone und hochwertigen Dichtungen die Druckfestigkeit. Zur Prüfung durchlaufen die Uhren Überdruck-, Unterdruck- und Kondenswassertests. Beim Überdrucktest wird mit 25 Bar belastet, also 125 Prozent des Nennwerts, wobei eine elektronische Messung mit einer Genauigkeit von 5 Millionstel Gramm erfasst, ob Luft ins Gehäuse eindringt. NOMOS orientiert sich bei diesen Prüfungen an der Taucheruhrnorm DIN 8306, weist die Uhr aber nicht formal als zertifizierte Taucheruhr aus, da DIN 8306 und ISO 6425 zwingend eine einseitig drehbare Lünette vorschreiben.

Sämtliche Ahoi-Modelle nutzen hauseigene Automatikkaliber der DUW-Serie mit dem patentierten NOMOS-Swing-System, das aus Unruh, Spirale, Ankerrad und Anker besteht. Die dreischenklige Unruh wird aus der Kupfer-Beryllium-Legierung Glucydur gefertigt, die Flachspirale ist thermisch temperaturgebläut, was ihre Stabilität gegenüber Temperaturschwankungen verbessert. Das Kaliber DUW 3001 in den 36,3-mm-Modellen erreicht eine Bauhöhe von nur 3,2 mm, taktet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, besteht aus 157 Einzelkomponenten und bietet rund 43 Stunden Gangreserve. Ein Doppelklinkenrad beschränkt den Energieverlust beim Drehrichtungswechsel des Rotors auf lediglich 10 Bogengrade. Das DUW 5001 in den 40,3-mm-Modellen ohne Datum weist eine Bauhöhe von 4,3 mm und etwa 43 Stunden Gangreserve auf, während das DUW 5101 in den Datum-Ausführungen den Datumsring physisch außen um das Werk positioniert, sodass die Datumskomplikation keinen Anstieg der Bauhöhe verursacht und zugleich große, gut lesbare Ziffern ermöglicht. Das DUW 6101 in der 38,5-mm-Baureihe vereint eine Bauhöhe von 3,6 mm mit einer bidirektionalen Datums-Schnellkorrektur, bei der die Sperrzeit auf lediglich 90 Minuten reduziert wurde, und liefert 42 Stunden Gangreserve. Alle Werke sind im Glashütter Stil veredelt mit Dreiviertelplatine, Streifenschliff, Perlage sowie anglierten und gebläuten Schrauben.

Über die gesamte Kollektion hinweg wird ein in Frankreich exklusiv für NOMOS gewebtes Textilband verwendet. Dieses Band ist vollständig wasserdicht, trocknet rasch und besitzt eine geschlossene, seidige Unterseite, die am Handgelenk kratzfrei aufliegt. Die Schließe ist eine in Berlin entworfene Flügelschließe aus hochglanzpoliertem Edelstahl. Bei allen Gehäusegrößen kann zwischen einem massiven Edelstahlboden und einem Saphirglasboden gewählt werden, wobei die Referenznummern entsprechend variieren.

Varianten und Unterschiede innerhalb der Reihe

Die Ahoi-Familie gliedert sich in drei Gehäusegrößen, die sich in Durchmesser, Kaliber und verfügbaren Zifferblattfarben unterscheiden. Die kompakte Ahoi neomatik mit 36,3 mm Durchmesser und dem DUW 3001 ist in Weiß versilbert und Atlantikblau erhältlich und verzichtet auf eine Datumsanzeige. Die mittlere Baureihe mit 38,5 mm nutzt das DUW 6101 mit Datum und bidirektionaler Schnellkorrektur und bietet die Farben Sky, Sand, Atlantikblau sowie seit 2025 ein klassisches weißes Zifferblatt. Die größten Modelle mit 40,3 mm Durchmesser sind sowohl ohne Datum mit dem DUW 5001 als auch mit Datum mit dem DUW 5101 verfügbar und erscheinen in Weiß versilbert und Atlantikblau.

Die 36,3-mm-Variante eignet sich mit einer Gehäusehöhe von 9,6 mm für schmalere Handgelenke oder für alle, die ein besonders flaches Profil bevorzugen. Die 38,5-mm-Version schließt die Lücke zwischen kompakt und groß und bietet mit dem DUW 6101 zugleich den modernsten Werktyp der Kollektion. Die 40,3-mm-Modelle sind die ursprünglichen Ahoi-Formate und richten sich an Träger, die ein klassisches Herrenuhrenmaß bevorzugen. Die Atlantik-Varianten innerhalb jeder Größe unterscheiden sich durch ihr tiefblaues Zifferblatt mit weißen Indizes, rhodinierten Zeigern und gelber Super-LumiNova-Füllung.

Kauf- und Entscheidungshilfe

Die Ahoi ist dann die passende Wahl, wenn eine Manufakturuhr mit hoher Wasserdichtigkeit gesucht wird, die gleichzeitig flach genug für den täglichen Einsatz im Büro oder bei formelleren Anlässen sein soll. Schwimmen, Schnorcheln und Wassersport stellen mit 20 Bar kein Problem dar. Für Gerätetauchen mit professionellem Equipment ist die Ahoi aufgrund der fehlenden Drehlünette nicht vorgesehen und auch nicht als Taucheruhr nach DIN 8306 oder ISO 6425 zertifiziert.

Wer keinen Kontakt mit Wasser plant und vorrangig eine möglichst flache NOMOS-Uhr sucht, sollte die Tangente oder die Tangente neomatik in Betracht ziehen, die ohne die Wasserdichtigkeitskonstruktion noch schlanker ausfallen. Wer dagegen eine Datumsanzeige mit möglichst unkomplizierter Korrektur wünscht, findet im mittleren 38,5-mm-Format mit dem DUW 6101 und seiner bidirektionalen Schnellkorrektur bei nur 90 Minuten Sperrzeit den alltagstauglichsten Werktyp der Kollektion. Bei der Wahl zwischen Edelstahl- und Saphirglasboden ist zu bedenken, dass der Saphirglasboden den Blick auf das Glashütter Finish der Werke freigibt, während der Stahlboden ein Minimum an zusätzlicher Robustheit bietet.

Beratung und Service bei ALTHERR

NOMOS Glashütte ist bei ALTHERR an den Standorten in Berlin und Hannover verfügbar. Du kannst die Ahoi dort persönlich in Augenschein nehmen, verschiedene Gehäusegrößen am Handgelenk vergleichen und dich beraten lassen. Beide Standorte werden bei Google mit 5,0 Sternen bewertet. Solltest du eine digitale Beratung bevorzugen, stehen wir dir gerne per E-Mail, Telefon und WhatsApp zur Verfügung. Zusätzlich findest du in unserem Magazin und auf unserem YouTube-Kanal hochwertigen Content zur Selbstrecherche. So findest du sicher die Uhr, die am besten zu dir passt. Auf die Ahoi gewährt NOMOS Glashütte eine weltweite Herstellergarantie von 2 Jahren.