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Überblick

Oris ProPilot X

Die Oris ProPilot X ist eine Uhrenlinie, die sich bewusst von der klassischen Fliegeruhr absetzt. Gehäuse und Uhrwerk werden als integrierte Einheit entwickelt, nicht als getrennte Komponenten. Daraus ergibt sich ein Zeitmesser mit eigenständigem Charakter, der weder dem traditionellen Instrumenten-Look noch den üblichen Konventionen mechanischer Toolwatches folgt. Die Formensprache ist kantig und industriell geprägt, mit mattiertem Titan und sichtbarer mechanischer Architektur. Innerhalb des Oris-Portfolios nimmt die ProPilot X eine Sonderrolle ein, da sie gestalterisch und technisch eigene Wege geht und in drei Gehäusegrößen von 34 bis 44 mm angeboten wird.

Hintergrund und Entwicklung

Die Fliegeruhren-Kompetenz von Oris geht auf das Jahr 1910 zurück, als das Unternehmen im schweizerischen Hölstein eine speziell für Piloten konzipierte Taschenuhr vorstellte. 1938 entstand die erste Big Crown Armbanduhr mit übergroßer Krone, die bis heute die Basis der Fliegeruhrenkollektion bildet. Die Manufakturkompetenz für eigene Werke baute Oris ab 2005 systematisch auf und präsentierte 2014 zum 110-jährigen Firmenjubiläum das Calibre 110 als erstes hauseigenes Uhrwerk.

Im September 2019 erschien die erste ProPilot X mit dem skelettierten Calibre 115 in einem 44-mm-Titangehäuse, dessen Werksentwicklung rund zwei Jahre in Anspruch genommen hatte. Im Oktober 2020 folgte das Calibre 400 als erstes hauseigenes Automatikwerk mit fünf Tagen Gangreserve und erhöhtem Magnetschutz. Auf der Watches and Wonders 2022 stellte Oris die ProPilot X Calibre 400 im kompakteren 39-mm-Gehäuse vor. Seither wurde die Serie kontinuierlich erweitert: 2023 kam die Kermit Edition, zu der du im Magazin mehr erfahren kannst, Anfang 2024 die Laser Edition mit pigmentfreiem Zifferblatt. Diese haben wir ebenfalls im Magazin vorgestellt. Ende 2024 die Miss Piggy Edition als erstes Modell in 34 mm und Edelstahl sowie zum Jahreswechsel 2024/2025 die auf 88 Stück limitierte Year of the Snake Edition im 44-mm-Format des Calibre 115.

Typische Merkmale der Kollektion

Die Gehäusekonstruktion folgt dem Prinzip der maximalen Integration. Bei den Calibre-115-Modellen sind die mehrteiligen Gehäusekomponenten so präzise um das Uhrwerk herum konstruiert, dass ein konventioneller Werkhaltering entfällt. Äußerlich prägen straffe, winklige Linien und vollständig mattierte Oberflächen das Erscheinungsbild. Sandgestrahlte und gebürstete Flächen vermeiden Lichtreflexionen, Hochglanzpolituren kommen nicht zum Einsatz. Alle Modelle tragen eine feste, nicht drehbare Lünette mit gerändeltem Profil sowie eckige Kronenschutzflanken um die verschraubte Sicherheitskrone.

Die 44-mm-Modelle besitzen beidseitig gewölbtes, auf beiden Seiten entspiegeltes Saphirglas und einen verschraubten Titanboden mit Saphirglasfenster. Die 39-mm-Varianten verwenden ebenfalls beidseitig gewölbtes Saphirglas, das allerdings nur innenseitig entspiegelt ist. Die 34-mm-Miss-Piggy-Edition besteht als einziges Modell aus Edelstahl und zeigt auf dem Gehäuseboden lediglich ein kleines Guckloch aus Mineralglas.

Die Titanmodelle der Calibre-115-Serie kombinieren zwei Legierungen: Hauptgehäuse und Armband bestehen aus leichtem Grade-2-Titan, die stärker beanspruchte Lünette aus härterem Grade-5-Titan. Die Zifferblätter der Calibre-400-Standardmodelle in Grau, Blau und Lachs tragen eine körnige Textur, die einfallendes Licht absorbiert und optische Tiefe erzeugt.

Die Laser Edition verzichtet vollständig auf Farbpigmente. Ein hochpräziser Laser brennt stattdessen mikroskopische Strukturen in die Zifferblattoberfläche, deren Farben in Blau, Grün und Violett auf optischer Interferenz beruhen. Die Miss Piggy Edition setzt auf der 12-Uhr-Position einen im Labor gezüchteten Diamanten im Baguetteschliff als Stundenindex ein.

Das dreireihige Metallarmband verbindet gerade, gebürstete Innenglieder mit schräg abfallenden Außengliedern. Die patentierte LIFT-Faltschließe wird durch Anheben eines äußeren Bügels geöffnet, nicht über seitliche Drücker. Bei den Leuchtmassen verwenden die Titanmodelle Super-LumiNova an Zeigern und Indizes, die Miss Piggy Edition verzichtet auf Lumineszenzmaterial.

In der Kollektion kommen drei verschiedene Kaliber zum Einsatz. Das Calibre 115 ist ein Handaufzugswerk mit 34 mm Durchmesser, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und 38 Lagersteinen. Es wurde von Grund auf für die vollständige Skelettierung konstruiert, die offenen Bereiche sind also integraler Bestandteil der Werkarchitektur und keine nachträglichen Ausfräsungen. Die Platinen und Brücken tragen ein mattgraues, galvanisiertes Finish. Eine 1,2 Meter lange Aufzugsfeder in einem einzelnen überdimensionalen Federhaus liefert die Antriebsenergie und ist durch die Skelettierung beim Aufziehen sichtbar. Als besonderes Merkmal besitzt das Calibre 115 eine patentierte nichtlineare Gangreserveanzeige bei 3 Uhr, bei der ein Schneckengetriebe den Anzeigezeiger bei abnehmender Energie verlangsamt, sodass die letzten Stunden der Reserve feiner ablesbar sind. Die Gangreserve beträgt 240 Stunden, also zehn Tage. Physisch könnte die Feder das Werk rund zwölf Tage antreiben, doch Oris begrenzt die offizielle Angabe auf zehn Tage, da die Ganggenauigkeit in den letzten 48 Stunden die hauseigenen Toleranzen verlässt.

Das Calibre 400 ist ein Automatikwerk mit 30 mm Durchmesser und 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Es verwendet Hemmungsrad und Anker aus Silizium, was Reibung reduziert und den Magnetschutz verbessert. Der Rotor zieht unidirektional auf und läuft in einem reibungsarmen Gleitlager, ein verschleißanfälliges Wendegetriebe entfällt. Das optimierte Räderwerk liefert rund 85 Prozent der Federhausenergie an die Hemmung, verglichen mit etwa 70 Prozent bei konventionellen Automatikwerken. Über 30 nicht-eisenhaltige und antimagnetische Bauteile gewährleisten, dass das Werk selbst bei Exposition in einem Magnetfeld von über 2.250 Gauss weniger als zehn Sekunden pro Tag abweicht. Die offizielle tägliche Gangabweichung liegt bei −3 bis +5 Sekunden. Zwei parallel geschaltete Federhäuser speichern Energie für 120 Stunden, also fünf volle Tage.

Das Calibre 531 in der Miss Piggy Edition ist ein Automatikwerk mit 17,2 mm Durchmesser, 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und einer Gangreserve von 42 Stunden. Sein fliederfarben beschichteter Rotor zeigt durch das Guckloch im Gehäuseboden beim Rotieren abwechselnd das Konterfei von Miss Piggy. Sämtliche Modelle der ProPilot X sind auf 10 bar geprüft, was einer Wasserdichtigkeit bis 100 Meter entspricht.

Varianten und Unterschiede innerhalb der Reihe

Die aktuelle Kollektion umfasst zehn Referenzen in drei Gehäusegrößen. Die 44-mm-Modelle mit Calibre 115 in Titan bilden die technisch aufwendigste Gruppe und sind als Standard-Variante, als CARE FOR LIFE Edition sowie als limitierte Year of the Snake Edition erhältlich. Das skelettierte Handaufzugswerk mit zehn Tagen Gangreserve und nichtlinearer Gangreserveanzeige setzt diese Modelle deutlich vom Rest der Kollektion ab. Die Stegbreite beträgt 22 mm.

Die 39-mm-Modelle mit dem automatischen Calibre 400 und 20 mm Stegbreite bilden das Kernstück der Linie. Zur Auswahl stehen drei Zifferblattfarben in Grau, Blau und Lachs, ergänzt durch die Laser Edition mit ihrem pigmentfreien Zifferblatt und die Kermit Edition in Grün. Diese Modelle bieten mit dem Calibre 400 fünf Tage Gangreserve, Silizium-Hemmung und erhöhten Magnetschutz in einem kompakteren Format, das sich für den täglichen Gebrauch eignet.

Die Miss Piggy Edition nimmt mit 34 mm Durchmesser, Edelstahlgehäuse und dem Calibre 531 eine eigenständige Position ein. Sie verzichtet auf Titan, auf Lumineszenzmaterial und auf den verschraubten Saphirglasboden der größeren Modelle. Dafür setzt sie mit einem laborgezüchteten Diamanten als Stundenindex und dem fliederfarben beschichteten Rotor eigene gestalterische Akzente. Die Gangreserve fällt mit 42 Stunden deutlich kürzer aus als bei den übrigen Kalibern.

Kauf- und Entscheidungshilfe

Die ProPilot X richtet sich an Käufer, die einen mechanischen Zeitmesser mit eigenständiger Designsprache suchen und sich weder im klassischen Fliegeruhren-Segment noch bei konventionellen Sportuhren wiederfinden. Wer eine industriell-kantige Ästhetik mit sichtbarer Mechanik bevorzugt, findet in dieser Kollektion ein entsprechendes Angebot.

Für die Wahl zwischen den Gehäusegrößen ist neben der persönlichen Präferenz die Frage nach dem Uhrwerk entscheidend. Die 44-mm-Modelle mit Calibre 115 eignen sich für Träger, die eine skelettierte Handaufzugsuhr mit langer Gangreserve von zehn Tagen und der nichtlinearen Gangreserveanzeige bevorzugen und mit einem Durchmesser von 44 mm sowie einer Stegbreite von 22 mm umgehen können. Die 39-mm-Modelle mit Calibre 400 bieten den praktischeren Einstieg in die Serie: Das automatische Aufzugssystem, fünf Tage Gangreserve und der erhöhte Magnetschutz machen sie zu unkomplizierten Alltagsuhren, während das kompaktere Format für mehr Handgelenkgrößen geeignet ist. Die 34-mm-Miss-Piggy-Edition unterscheidet sich durch Material, Werk und Ausrichtung deutlich und ist als eigenständige Interpretation innerhalb der Serie zu betrachten.

Zu beachten ist, dass der Hersteller keine offiziellen Angaben zu Bauhöhe und Horn-zu-Horn-Abstand veröffentlicht. Wer die Uhr vor dem Kauf hinsichtlich Tragekomfort einschätzen möchte, sollte sie nach Möglichkeit anprobieren. Sämtliche Modelle sind auf 100 Meter wasserdicht geprüft und damit für den Alltag einschließlich gelegentlichem Wasserkontakt geeignet, jedoch nicht als Taucheruhr konzipiert.

Wer innerhalb des Oris-Portfolios eine eher klassische Fliegeruhr sucht, findet in der Big Crown ProPilot Linie einen traditionelleren Ansatz. Die ProPilot X dagegen ist bewusst als gestalterische und technische Abgrenzung zu diesem Segment positioniert.

Beratung und Service bei ALTHERR

Die Oris ProPilot X ist bei ALTHERR am Standort Berlin verfügbar. In Köln und Hannover wird die Marke Oris derzeit nicht geführt. Wenn du die Kollektion vor dem Kauf in Augenschein nehmen oder verschiedene Größen und Varianten vergleichen möchtest, ist eine persönliche Beratung in Berlin der beste Weg. Der Berliner Standort wird bei Google mit 5,0 Sternen bewertet.

Solltest du eine digitale Beratung bevorzugen, stehen wir dir auch per E-Mail, Telefon und WhatsApp zur Verfügung. Auf unserem YouTube-Kanal sowie in unserem Magazin findest du zusätzlich hochwertigen Content, der dich bei deiner Uhrensuche unterstützen soll.

Beim Kauf einer Oris-Uhr erhältst du zunächst die reguläre Herstellergarantie von zwei Jahren. Durch eine kostenlose Registrierung im MyOris-Programm lässt sich diese Garantie verlängern: Bei Modellen mit Standardwerken wie dem Calibre 531 auf insgesamt drei Jahre, bei Modellen mit einem Kaliber der 100er-Serie wie dem Calibre 115 auf insgesamt fünf Jahre und bei Modellen mit dem Calibre 400 auf insgesamt zehn Jahre. Die Registrierung erfolgt online über das MyOris-Konto. Wir unterstützen dich nach Kauf gerne bei der Garantieverlängerung. Sprich uns einfach an.