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IWC Mark XX: Kleine Uhr, großer Auftritt

12.04.2023
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IWC Schaffhausen steht wie wohl keine andere Marke für hochwertige Fliegeruhren aus der Schweiz. Neben der Big Pilot, den Spitfire- und Top-Gun-Modellen sind die Uhren der Reihe Mark in den letzten Jahren jedoch ein wenig untergegangen. Auf diese Entwicklung hat IWC 2022 reagiert und mit der Mark XX eine Uhr herausgebracht, die unser aller Vorstellung von einem perfekten Flieger etwas auf den Kopf stellt.

Wenn wir einmal darüber nachdenken, was eine Pilotenuhr ganz generell ausmacht, so werden zumeist Eigenschaften wie eine gute Ablesbarkeit, Leuchtmasse auf Indizes und Zeigern und eine große Krone genannt, die auch mit Handschuhen gut zu bedienen ist. Davon abgesehen haben Fliegeruhren mindestens einen Durchmesser von 45 Millimetern und eine Höhe von zwischen 14 und 18 Millimetern. Zeitmesser für richtige Männer eben mit großen Pranken und Unterarmen wie Baumstämme. STOP!


IWC zeigt mit der neuen Mark XX (Referenz IW328202), wie das auch anders geht.
Mit 40 Millimetern Durchmesser und einer Höhe von nur 10,8 Millimetern steht dieses Modell beispielhaft für eine Fliegeruhr, die den modernen und zugleich traditionsbewussten Mann adressiert. Das heißt aber wahrlich nicht, dass dieser Kompromisse bei Technik, Design und Komfort eingehen möchte. Deshalb gehen wir mit der IWC Mark XX am Handgelenk heute einer Gretchenfrage nach: Ist Weniger manchmal nicht doch mehr? Los geht’s mit dem Review.  

Lehrstunde: Zahlen, Daten und Fakten

Uhrwerk

  • Werk: Automatikaufzug

  • Kaliber: 32111

  • Gangreserve: 120 Stunden

  • Kalenderanzeige: Datum

Gehäuse

  • Material: Edelstahl

  • Durchmesser: 40 mm

  • Dicke: 10,8 mm

  • Gehäuseboden: Edelstahl

  • Wasserdichtigkeit: 100 Meter

  • Krone: verschraubt

  • Glas: Saphirglas

Zifferblatt
 
  • Farbe: schwarz oder blau

  • Stundenskala: Arabische ZiffernIndizes

  • Zeigermaterial: Edelstahl

Armband
 
  • Material: Edelstahl oder Leder

  • Anstoßbreite: 20 mm

  • Schließe: Faltschließe

Listenpreis: 6.700,00 € am Edelstahlarmband
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Zeitreise: Die Geschichte der IWC Mark XX

IWC selbst bezeichnet die erste Uhr der Mark-Reihe als „die berühmteste Fliegeruhr aus Schaffenhausen“. Die British Royal Airforce hatte im Jahr 1948 eine Ausschreibung gestartet und aus diesem Grund entwickelte IWC die Navigator´s Wristwatch Mark 11. Als Basis diente das Kaliber 89, das schon damals besonderen Anforderungen standhalten musste. Weil die Radar-Ausrüstungen der Royal Airforce für starke elektromagnetische Felder sorgten, hatte der Schutz des Uhrwerkes vor eben jenen Magnetfeldern oberste Priorität.

Um diesen zu gewährleisten, setzte IWC auf einen Innenkäfig aus Weicheisen, der die Strahlungen um das Uhrwerk herumleitete. Auch das Glas war speziell gesichert, um im Falle eines Druckabfalls im Cockpit fixiert zu sein. Das einfach gehaltene Zifferblatt garantierte zudem eine gute Ablesbarkeit – durch den Einsatz von Leuchtmasse auch bei Nacht.

Bildquelle: IWC

Seit 1948 hat IWC die Mark 11 kontinuierlich weiterentwickelt. 1994 kam mit der Mark XII, erstmals in römischen Zahlen geschrieben, eine überarbeitete Version des Urmodells heraus. Aus dem Programm von IWC sind die kultigen und stets kleinen Fliegeruhren seitdem nicht mehr wegzudenken. Die Mark-Modelle wurden mit immer neuen Nummern auf den Markt gebracht. 2022 war es dann wieder soweit und IWC stellte die vielleicht beste Mark aller Zeiten vor.  

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Augenblick: Design und Verarbeitung der IWC Mark XX

Die Mark XX ist eine IWC wie sie im Buche steht. Mit ihrem fast durchgängig satinierten Gehäuse versprüht sie Tollwatch-Charakter pur. Lediglich die polierte Lünette und die fein ausgearbeiteten polierten Kanten verleihen dieser Uhr ein wenig Glanz. Ansonsten präsentiert sich die Mark XX im besten Sinne minimalistisch. Genau so soll es bei einer Fliegeruhr auch sein, denn nichts darf den Piloten schließlich davon ablenken, die Uhrzeit präzise abzulesen. Und auch wenn ich jetzt einmal davon ausgehe, dass weder du, noch ich Piloten sind, vermittelt dieser Zeitmesser ein Gefühl für den Dienst in der britischen Royal Airforce und die lange Tradition, in der die IWC Mark XX steht.

Das mattschwarze bzw. blaue Zifferblatt ist mit Zahlen von 1 bis 12 und einem Datum auf 3 Uhr ausgestattet.
Ziffern, Indizes und Zeiger sind mit reichlich Leuchtmasse befüllt, sodass die Uhr auch in der Dunkelheit gut ablesbar ist. Das leicht gewölbte und beidseitig entspiegelte Saphirglas ist ein schönes Detail, dass an vergangene Zeiten erinnert und der Geschichte dieser Uhr Tribut zollt.

Die Verarbeitungsqualität der IWC Mark XX ist exzellent. Angefangen bei der griffigen Krone über den mit einem Flugzeug schön verzierten Gehäuseboden bis hin zum fünfgliedrigen Edelstahlarmband wirkt jedes Detail stimmig und makellos. Ein Sonderlob hat tatsächlich das Band verdient. Es ist nicht nur mit dem hauseigenen Schnellwechselsystem „EasX-CHANGE“ ausgestattet, sondern auch mit einer ausgeklügelten Feinverstellung, die neue Maßstäbe setzt. Dazu aber später mehr.

Di
e IWC Mark XX ist mit schwarzem und blauem Zifferblatt wahlweise am Edelstahl- oder Lederarmband bei ALTHERR erhältlich.

Unruhstiftung: Das Werk der IWC Mark XX

In der IWC Mark XX arbeitet das Manufakturkaliber 32111 mit Automatikaufzug und sagenhaften 120 Stunden Gangreserve. Es setzt sich aus 164 Komponenten zusammen und ist mit Genfer Streifen und Perlage verziert. Leider bietet dieses Modell keinen Glasboden, weshalb der Blick aufs Werk wohl dem Uhrmacher deines Vertrauens vorbehalten bleibt. Ein Stahlboden macht aber auch durchaus Sinn, denn schließlich sprechen wir hier von einer echten Toolwatch. Dass das nicht nur Marketing-Blabla ist, zeigt, dass IWC bis heute auf den 1948 in der Mark 11 erstmals verwendeten Weicheisenkäfig setzt, der das Uhrwerk vor Magnetfeldern schützt.

Und auch wenn das eigentlich nicht in diese Kategorie gehört: Gleiches gilt für das Saphirglas. Es ist wie beim Urmodell nach wie vor speziell gesichert, sodass es sich bei plötzlichem Druckabfall nicht von seinem Platz lösen kann. Aber zurück zum Werk. Ich hatte anfangs erwähnt, dass die Mark-Modelle neben den anderen Fliegeruhren von IWC in den letzten Jahren etwas untergegangen sind. Das lag auch daran, dass sie oft keine Manufakturwerke besaßen. In der Mark XVIII kam beispielsweise noch das ETA 2892 zum Einsatz. Dass IWC in der neuen Mark XX auf das hauseigene Kaliber 32111 setzt, wertet die Uhr in meinen Augen noch einmal deutlich auf.

Bildquelle: Luca Cordes

U(h)rgefühl: So trägt sich die IWC Mark XX

Die IWC Mark XX trägt sich dank eines Durchmessers von 40 Millimetern und einer Höhe von nur 10,8 Millimetern sehr kompakt auch an schmalen Handgelenken. Insbesondere am Edelstahlband fühlt sie sich an wie die perfekte Alltagsuhr im Fliegerstil, die obendrein noch 100 Meter Wasserdichtigkeit bietet und eine mehr als wochenendsichere Gangreserve. Auf das Edelstahlband müssen wir aber sowieso noch einmal zu sprechen kommen. Mit Thomas Dreblow, unserem Sales-Manager bei ALTHERR in Berlin, habe ich mich lange darüber unterhalten. Die in die massive Edelstahlschließe integrierte Feinverstellung bezeichnete er als „die beste am Markt“. Nicht ohne Grund, denn mit dem Drücken des IWC-Logos auf der Schließe passt sich das Band, ohne das du die Uhr abnehmen musst, an deinen individuellen Handgelenksumfang an. Im Alltag ist ein solches System natürlich super praktisch.

Insgesamt wirkt die Mark XX ausgereift
und vermittelt dir das Gefühl, dass IWC jede Generation dieser Uhr genutzt hat, um das Design und die Technik zu verbessern und mit diesem Wissen und der langen Tradition in der Herstellung von Fliegeruhren nun die nahezu perfekte Mark abliefert. Jedes Detail erscheint makellos und wie das Sinnbild von Luxus. Gleichzeitig strahlt die Uhr Kompromisslosigkeit am Handgelenk aus. Du musst bei dieser IWC auf keine wirklich relevanten Features verzichten, die nur den „großen Fliegeruhren“ der Marke vorbehalten sind. Wenn das keine Ansage ist.  

Bildquelle: Luca Cordes

-4/+6 Sekunden: Meine Meinung zur IWC Mark XX

Ist weniger nicht manchmal doch mehr? Diese Frage habe ich am Anfang des Textes aufgeworfen. Für mich selbst kann ich sie ganz eindeutig mit „ja“ beantworten. In meinen Augen hat es IWC mit der neuen Mark XX geschafft, zwei Extreme gleichermaßen in einer Uhr zusammenzuführen. Auf der einen Seite steht der Minimalismus, den eine Toolwatch auszeichnet. Eine Toolwatch ist nicht per se schön, sie ist funktional. Die Mark XX ist bei Tag und Nacht gut ablesbar und das Datum verrät sie mir auch noch. Das war´s aber schon! Keine Rechenschieberlünette, keine Chronographenfunktion, nichts.

Hier kommt dann jedoch wieder das andere Extrem ins Spiel. Die Mark XX ist in einem solch hohen Maße an Perfektion gefertigt, dass die Uhr plötzlich doch wieder ein Gefühl von Luxus vermittelt. Features wie die innovative Feinverstellung in der Schließe spielen mit hinein. Gleichzeitig bleibt die Mark XX authentisch, denn diese Uhr ist nicht klein, weil der Trend gerade hin zu kleinen Uhren geht. Diese Uhr ist klein, weil sie schon immer klein war und auch gar nicht groß sein muss, um erstklassig abzuliefern.  

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