

Oris ist ein unabhängiger Schweizer Uhrenhersteller mit Sitz in Hölstein im Kanton Basel-Landschaft, der ausschließlich mechanische Uhren fertigt. Diese Festlegung auf rein mechanische Werke besteht seit 1982 und durchzieht das gesamte Sortiment, von professionellen Taucheruhren bis zur eleganten Dresswatch. Der rote Aufzugsrotor, seit 2002 als Markenzeichen eingetragen und durch transparente Gehäuseböden sichtbar, kennzeichnet diese Ausrichtung auf den ersten Blick. Oris positioniert sich dabei im mittleren Preissegment und verbindet Schweizer Mechanik mit einem vergleichsweise zugänglichen Preisniveau. Seit 2021 ist das Unternehmen klimaneutral zertifiziert und hat sich zu einer jährlichen Reduktion der CO₂-Emissionen um zehn Prozent verpflichtet.
Die Gründung geht auf das Jahr 1904 zurück, als die Uhrmacher Paul Cattin und Georges Christian die stillgelegte Fabrik Lohner & Co. in Hölstein übernahmen. Der Firmenname leitet sich vom nahegelegenen Orisbach ab. Bereits im Gründungsjahr arbeiteten 67 Mitarbeiter im Betrieb, und innerhalb weniger Jahre entstanden weitere Produktionsstätten in Holderbank, Como, Courgenay, Herbetswil und Ziefen. Um 1911 beschäftigte Oris über 300 Mitarbeiter und war der größte Arbeitgeber am Standort.
Ein einschneidendes Ereignis war das Schweizer Uhrenstatut von 1934, das Oris über drei Jahrzehnte auf die weniger präzise Stiftankerhemmung festlegte. Erst 1966 fiel diese Beschränkung, und 1968 folgte mit dem Kaliber 652 das erste Oris-Werk mit Schweizer Ankerhemmung, das als Chronometer zertifiziert wurde. In der Folge stieg Oris zu einem der zehn größten Uhrenhersteller weltweit auf und produzierte jährlich 1,2 Millionen Uhren.
Die Quarzkrise beendete 1981 vorübergehend die hauseigene Kaliberproduktion nach insgesamt 279 entwickelten Kalibern. Der Wendepunkt kam 1982 mit einem Management-Buy-out durch Dr. Rolf Portmann und Ulrich W. Herzog, die die Quarzproduktion vollständig einstellten. Die Rückkehr zur eigenständigen Werkentwicklung gelang 2014 mit dem Kaliber 110, einem Handaufzugswerk mit zehn Tagen Gangreserve. 2020 folgte das Calibre 400, ein automatisches Manufakturkaliber mit 120 Stunden Gangreserve, hohem Antimagnetismus und zehnjähriger Garantie.
Oris deckt mit seinen Kollektionen ein breites Einsatzspektrum ab und setzt dabei auf eine Reihe markentypischer Konstruktions- und Gestaltungsmerkmale, die sich durch das gesamte Sortiment ziehen.
Die Gehäuse reichen von der Aquis Pro 4000m mit 49,50 mm Durchmesser und 23,4 mm Bauhöhe am oberen Ende bis zur Rectangular mit nur 9,80 mm Bauhöhe und Art-Déco-Proportionen von 25,50 mm × 38,00 mm. Dazwischen liegt etwa die Artelier Date mit 38 mm Durchmesser und 10,9 mm Bauhöhe als Vertreterin des klassisch-eleganten Segments. Oris hat mehrere patentierte Konstruktionselemente entwickelt: Das Rotation Safety System entriegelt die Taucherlünette über einen vulkanisierten Gummirand, die „Lift-Schließe" orientiert sich am Prinzip von Flugzeuggurtschlössern, und das Quick Strap Change System ermöglicht einen werkzeuglosen Armbandwechsel.
Neben Edelstahl verwendet Oris Titan Grade 2 für Gehäuse und Armbänder sowie das härtere Titan Grade 5 für stärker beanspruchte Teile wie Lünetten. Bronzegehäuse bestehen aus der Legierung CuSn6. Eine technologische Besonderheit ist das Carbonfaser-Gehäuse des ProPilot Altimeter, das aus PEKK-Polymer mit 60 Prozent Endloskohlefasern im Additive-Fusion-Technology-Verfahren gefertigt wird – ein abfallfreier Prozess, der additive Fertigung mit Formgebung verbindet. Auf der nachhaltigen Seite setzt Oris recyceltes PET für Upcycle-Zifferblätter und pflanzlich gegerbtes Hirschleder von Cervo Volante für ausgewählte Armbänder ein.
Das zentrale Manufakturkaliber ist das Calibre 400 mit zwei Federhäusern, die zusammen 120 Stunden Gangreserve liefern. Ein Gleitlagersystem ersetzt das herkömmliche Kugellager des Rotors, Ankerrad und Anker bestehen aus Silizium, und über 30 nicht-eisenhaltige Komponenten sorgen dafür, dass bei Einwirkung von 2.250 Gauß weniger als zehn Sekunden Abweichung pro Tag gemessen werden. Die ab Werk regulierte Ganggenauigkeit liegt bei −3/+5 Sekunden pro Tag und übertrifft damit die COSC-Chronometernormen. Aus dem Calibre 400 leiten sich die Kaliber 401 und 403 sowie das Handaufzugskaliber 473 ab, das eine patentierte Gangreserveanzeige auf der Werkrückseite besitzt.
Die Kaliber-110-Familie arbeitet mit einer einzelnen, 1,8 Meter langen Zugfeder und erreicht so 240 Stunden oder zehn Tage Gangreserve. Die patentierte nicht-lineare Gangreserveanzeige vergrößert die Skalenabstände zum Stillstand hin, damit die verbleibende Energie intuitiv abgelesen werden kann. Das Kaliber 115 ist die skelettierte Variante und wurde von Grund auf als Skelettwerk konstruiert.
Für Modelle außerhalb der Manufakturkaliber-Familien kommen modifizierte Sellita- und ETA-Werke zum Einsatz. Das Kaliber 733 auf Basis des Sellita SW200-1 bietet zwischen 38 und 41 Stunden Gangreserve. Das Kaliber 793 im ProPilot Altimeter integriert ein mechanisches Aneroidbarometer-Modul für Höhenmessungen bis 6.000 Meter bei 56 Stunden Gangreserve.
Das Spektrum reicht von 3 bar bei der Rectangular und der Artelier bis zu 400 bar bei der Aquis Pro 4000m. Taucheruhren werden nach ISO 6425 geprüft, was unter anderem 50-stündige Unterwassertests, Überdruckprüfungen bei 125 Prozent des Nenndrucks, thermische Schockbelastungen zwischen 5 °C und 40 °C sowie Salzwasser-Korrosionstests umfasst. Der Hersteller empfiehlt eine jährliche Überprüfung der Wasserdichtigkeit, da Dichtungen durch Alterung und chemische Einflüsse an Wirksamkeit verlieren.
Die aktuelle Produktpalette gliedert sich in mehrere Linien, die jeweils einen eigenen Einsatzzweck abdecken. Die Aquis-Kollektion bildet das Rückgrat im Taucheruhren-Bereich. Die Aquis Date ist in Gehäusegrößen von 36,50 mm bis 43,50 mm erhältlich, die professionelle Aquis Pro mit 49,50 mm Durchmesser existiert in Varianten für 1.000 und 4.000 Meter Tauchtiefe. Hinzu kommen limitierte Editionen in Kooperation mit Umweltschutzorganisationen. Die Divers-Linie ergänzt das Tauchsegment mit der Divers Sixty-Five in Größen zwischen 36 mm und 42 mm und der 2024 überarbeiteten Divers Date mit 39 mm Durchmesser, wobei die Sixty-Five sich stärker an historischen Gestaltungsvorbildern orientiert.
Im Fliegeruhren-Bereich stehen die Big Crown und die ProPilot nebeneinander. Die Big Crown zeichnet sich durch ihre übergroße Aufzugskrone und den Zeigerkalender aus und knüpft an die 1938 begründete Pilotenuhren-Tradition der Marke an. Die ProPilot pflegt einen betont funktionalen Instrumentencharakter, während die ProPilot X mit mehrteiligem Titangehäuse und skelettiertem Zifferblatt eine designorientierte Alternative darstellt. Im ProPilot Altimeter sitzt das mechanische Aneroidbarometer-Modul im Carbonfaser-Gehäuse.
Die Rectangular bietet mit ihren Art-Déco-Proportionen und gestuften Gehäuseflanken eine eigenständige Formsprache abseits der runden Gehäuseformen. Die Artelier vertritt das klassisch-elegante Segment und umfasst ab 2026 umfassend überarbeitete Modelle, darunter die Artelier Complication mit Mondphase und zweiter Zeitzone.
Wer eine mechanische Schweizer Uhr im mittleren Preissegment sucht, findet bei Oris ein breit aufgestelltes Sortiment, das allerdings je nach Kollektion und Kaliber deutliche Unterschiede aufweist. Modelle mit dem Calibre 400 bieten mit 120 Stunden Gangreserve, hohem Antimagnetismus und einer zehnjährigen Garantie den höchsten technischen Gegenwert, befinden sich aber auch im oberen Preisbereich der Marke. Modelle mit den Kalibern auf Sellita- oder ETA-Basis sind preislich niedriger angesiedelt und liefern zwischen 38 und 56 Stunden Gangreserve – für den Alltagsgebrauch in vielen Fällen ausreichend.
Die Wahl der passenden Kollektion hängt vor allem vom vorgesehenen Einsatzzweck ab. Für regelmäßiges Tauchen ist die Aquis-Linie ausgelegt, wobei die Aquis Pro ab 1.000 Metern Druckfestigkeit den professionellen Bereich abdeckt und die Aquis Date als vielseitige Alltagstaucheruhr funktioniert. Die Divers Sixty-Five eignet sich für Träger, die den Taucheruhren-Stil bevorzugen, aber keine hohe Druckfestigkeit benötigen. Für den Fliegeruhren-Bereich bieten Big Crown und ProPilot gute Ablesbarkeit und funktionale Klarheit, während die ProPilot X eher für Träger gedacht ist, die ein markanteres Design bevorzugen. Die Artelier und die Rectangular sprechen den formellen Einsatzbereich an und sind mit 3 bar Wasserdichtigkeit nicht für sportliche Nutzung ausgelegt.
Die Standardgarantie beträgt bei Oris zwei Jahre. Durch eine kostenlose Registrierung im MyOris-Club lässt sie sich verlängern – auf drei Jahre bei Standardmodellen, fünf Jahre bei der Kaliber-100-Serie und zehn Jahre bei der Kaliber-400-Serie. Dieser Unterschied in der Garantiedauer kann bei der Kaufentscheidung ein relevanter Faktor sein.
Oris Uhren kannst du bei ALTHERR am Standort Berlin persönlich erleben und anprobieren. Das Berliner Geschäft wird bei Google mit 5,0 Sternen bewertet und bietet eine individuelle Fachberatung, bei der du die verschiedenen Kollektionen, Gehäusegrößen und Kalibervarianten direkt vergleichen kannst. Gerade bei Oris, wo die Bandbreite von der 36-mm-Taucheruhr bis zum 49,50-mm-Profi-Instrument reicht und die technischen Ausstattungsmerkmale je nach Kaliber erheblich variieren, ist eine persönliche Begutachtung am Handgelenk oft der einfachste Weg zur richtigen Entscheidung.Solltest du eine digitale Beratung bevorzugen, stehen wir dir auch per E-Mail, Telefon und WhatsApp zur Verfügung. Darüber hinaus bieten dir unser YouTube-Kanal und Magazin hochwertigen Content, um dich bei der Suche nach deiner Traumuhr zu unterstützen. Wenn du Fragen zur Registrierung im MyOris-Club oder zu den unterschiedlichen Garantiebedingungen hast, hilft dir das Team in Berlin gerne weiter.