Sekundenstopp #62 für den 02.05.2022

Hey liebe Freundinnen und Freunde,

ich melde mich zurück und freue mich gewaltig, euch zu einer neuen Ausgabe des Altherr Sekundenstopp begrüßen zu dürfen. Lang ist es her. Zu lang! Wie einige von euch sicherlich mitbekommen haben, standen Klausuren ins Haus, welche es zu bestehen galt – neben meiner Arbeit für den besten Juwelier der Welt muss ich schließlich noch mein Medizinstudium abschließen. Man braucht ja ein zweites Standbein. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich für die zahlreichen eingegangenen gedrückten Daumen bedanken, die mich von eurer Seite erreicht haben. Sie haben gewirkt – die Klausur war super! 

Aber nun zum Thema. Armbanduhren. Viel ist seitens der großen Hersteller nicht passiert, was angesichts der erst kürzlich vorübergegangenen Watches & Wonders 2022 kaum verwunderlich sein dürfte. Und dennoch habe ich einige spannende Neuigkeiten für euch im Gepäck, welche vielleicht sogar etwas unter dem Radar geflogen sind. Also lasst uns einsteigen. Viel Freude beim Lesen! 


Das Wichtigste zuerst – Watchnews!

In die Sphären – Fortis präsentiert das Werk 17

Die Verbundenheit von Fortis mit den unendlichen Weiten des Weltraums ist kein Geheimnis. Zahlreiche Zeitmesser des Schweizer Traditionsherstellers greifen diese Thematik auf – und besser noch: werden exklusiv für diese Zwecke entworfen und gefertigt. Auch Fortis geht seit geraumer Zeit mehr und mehr den Schritt in Richtung einer vollständigen Manufakturleistung, was den Bau ihrer Uhrwerke anbelangt. So kooperierte man mit den Werksherstellern Kenissi (Tudor, Formex, Breitling) und nun auch La Joux-Perret (Armin Strom, TAG Heuer, Hublot, Angelus und mehr), um gemeinsam den besten Weg zu finden eigene Kaliber zu entwickelt, welche exklusiv Fortis vorbehalten sind. Beim neuen Werk 17 handelt es sich um einen chronometerzertifizierten Säulenradchronographen, welcher Großes vollbringen soll. Gemeinsam mit der Swedish Space Corporation tüftelt Fortis nämlich an einem weltraumbefähigtem Kaliber und ein solches will vor der ersten Mission sorgsam getestet werden. Mit dem Ziel so präzise Daten wie möglich zu sammeln, werden die Uhrwerke unter Extrembedingungen getestet und sollen sogar in naher Zukunft ins All geschossen werden, um herauszufinden, wie sie sich unter geänderten Druckbedingungen verhalten. Enorm spannend! Fun fact: Es wäre zwar nicht das erste Uhrwerk im All, jedoch das Erste, welches vor seiner Vorstellung im All getestet wird. In welcher Uhr genau das neue Werk 17 Einzug erhalten wird, ist noch nicht exakt klargestellt, aber seid euch sicher: Als erstes erfahrt ihr es hier im Sekundenstopp. Mehr Informationen und ein hervorragend aufgearbeitetes Video gibt es direkt bei Fortis HIER

Bild: Fortis – siehe Link.

Immer noch heiss – Tissot Powermatic 80 mit grünem Blatt

Etwa ein Jahr ist es nun her, als Tissot eben jene Uhr vorstelle, welche „affordable luxury“ auf das nächste Level zu heben vermochte und Einsteigerluxus neu definierte. Mit unbekannter Liebe in die Details, Verarbeitungsqualität, Heritage und Spezifikationen konnten die Zeitmesser der PRX Serie rasend schnell Fans gewinnen. Die Uhren erhielten Einzug in die Sammlungen vieler Einsteiger:innen, sowie in High-End Kollektionen. Eine Schweizer Uhr mit automatischem Antrieb, fantastischem Design und überragendem Preis-Leistung-Verhältnis? Wer kann da schon widerstehen? Auch innerhalb der Altherr-Community ist die Uhr sehr beliebt und ich weiß, dass viele von euch stolze Besitzer:innen sind. Der ungebrochene Charme der 1970er Jahre kombiniert sich mit einem modernen Uhrwerk, welches dank geballter Swatch Group-Power 80 h Gangreserve und eine Menge alltagstauglichen Antimagnetismus mit sich bringt. Ein Zifferblatt in herrlichem dunkelgrün, Sonnenschliff und Clous De Paris Finissage ergänzt jetzt den bestehenden Katalog. Wie ihre Geschwister misst die Uhr mit 40 x 11 mm ab und ist mit lediglich 44 mm Lug-To-Lug angenehm kompakt (auch wenn sich die wahre Breite über das Handgelenk durch das integrierte Endglied des Armbandes etwas vergrößert). 100 m Wasserdichtigkeit und ein Sichtboden sind zusätzlich attraktive Features. Attraktiv ist auch der Preis. 695 €. HIER

Bild: Tissot – siehe Link.

Publikumsliebling – Hamilton ergänzt die Khaki Field Kollektion

Bereits einige Tage sind ins Land gegangen, seit Hamilton uns mit einer feinen Auswahl neuer Khaki Field Modelle überraschte. Die wohl beliebteste und sicherlich eine der bekanntesten Vertreterinnen des Metiers „Fieldwatch“ genießt ein hohes Ansehen in unserer kleinen Uhrenblase und auch ich finde sie unglaublich attraktiv – optisch sowie preislich. Selbst Neulinge im Hobby werden von der Khaki Field sicherlich schon gehört haben. Mit über 100 Jahren Erfahrung in der Produktion von Militäruhren besticht der amerikanisch-schweizerische Hersteller durch Zeitmesser, welche in Extremsituationen und auf dem Weg ins Büro eine solide Figur abgeben. Bereits letztes Jahr wurde die Kollektion erstmalig durch Titanmodelle ergänzt, welche die Kultuhr noch vielseitiger haben werden lassen. Auch hebt das ultraleichte Material den Toolwatch-Charakter hervor. Nun erfreut uns Hamilton mit fünf weiteren Referenzen in Titan, welche durch verschiedenfarbige Zifferblätter und zwei unterschiedliche Gehäusegrößen zu überzeugen wissen. Innerhalb der fünf neuen Referenzen werden vier Zifferblattfarben lanciert. Zunächst finden wir ein schwarzes Blatt in 38 mm, welche bereits in 42 mm erhältlich war. Als nächstes finden wir ein Blatt in – treffenderweise – khakigrün, welches ich sehr ansprechend finde. Zu bekommen ist dieses in 38 mm und 42 mm gleichermaßen. Zudem gibt es ein graues Blatt in Betonoptik, welches in einem schwarzen Gehäuse mit PVD-Beschichtung vorzufinden ist. Zu guter Letzt strahlt ein Navy-blaues Blatt innerhalb eines 42 mm Gehäuses moderne Sportlichkeit aus. Die angesprochenen Gehäuse sind unverändert der Khaki Field Kollektion zuzuordnen, tragen sich flach und bequem und bieten 100 m Wasserdichtigkeit. Allesamt kosten die 42 mm Varianten 950 €. Die kleineren Ausführungen in 38 mm sind für 870 € erhältlich. Im Inneren der Uhren tickt das Hamilton H-10, ein auf Basis des Powermatic 80 operierenden Vorzeigeuhrwerks der Swatchgroup. Ausgeliefert werden alle Versionen an abgestimmten Lederbändern. HIER.

Bild: Hamilton – siehe Link.

Farbenfroh - Nomos Club Campus Deep Pink & Blue Purple

Als relativ junge Marke sorgt Nomos aus Glashütte regelmäßig für einen sprichwörtlichen „Splash“ in der Uhrenszene. Zum einen, weil es der Marke gelingt echte in-house Manufaktur zu einem fantastischen Preis-Leistung-Verhältnis anzubieten (man mag sogar sagen, wie kaum eine zweite Marke) und zu anderen, weil fröhliche Farben seit einiger Zeit den Katalog rund um die beliebte Club Campus dominieren. 1990 von Roland Schwertner gegründet, sind die Uhren in Berlin designt und werden in Glashütte mit Liebe gefertigt und verfügen bereits seit 2005 ausschließlich über Manufakturuhrwerke. 2014 entwickelte man sogar sein eigenes Schwingsystem, was Nomos prinzipiell gänzlich unabhängig von Schweizer Zulieferern machte. Ich sage „prinzipiell“, da die angesprochene – und 2017 lancierte – Nomos Club Campus mit dem Kaliber Alpha Handaufzug das älteste in Verwendung befindliche Uhrwerk verbaut. Dieses operiert noch ohne das hauseigene Schwingsystem. Aber für Preise leicht nördlich der 1000 € sind das Klagen auf hohem Niveau. Zudem ist das Werk aufwendig mit thermisch gebläuten Schrauben, Glashütter Streifen und feiner Perlage veredelt. Die nun ergänzten spritzigen Farbvarianten erscheinen im vielgeliebten Look der Club Campus – jung, dynamisch, verspielt. Und außerdem wunderbar tragbar. In 36 mm und 38,5 mm dürfte jede:r den absoluten Sweetspot finden. Unter 49 mm Lug-To-Lug machen die Uhren kompakt. Velourslederbänder schmiegen sich an den Arm. 100 m Wasserdichtigkeit und eine verschraubte Krone lassen diese Zeitmesser zur perfekten Alltagsuhr werden. Preis 1100 € (36 mm), 1200 € (38,5 mm). HIER.

Bild: Nomos – siehe Link.

Zurück in die 80er – Timex Q GMT

Ihr wisst es – geht es um Uhren, die durch ihr „Anderssein“ hervorstechen, bin ich oft einer der ersten in der Schlange der Interessierten. Kaum zu glauben, dass es schon nahezu drei Jahre her ist, dass Timex die erste Uhr der Q-Serie vorstellte. Als sofortiger Erfolg war sie weltweit dauerhaft vergriffen, Fans des zeitlosen Designs liebten die sympathische Hommage-Uhr mit Quarzantrieb für ihre Verspieltheit, ihre Einfachheit und den niedrig-dreistelligen Preispunkt. Zudem wurde die Uhr schnell zur Begleiterin für Anlässe, zu welchen man die kostspieligeren Modelle der Sammlung lieber daheim lässt, aber trotzdem nicht auf eine charakterstarke und ikonische Uhr am Handgelenk verzichten möchte. Trotz unverkennbarer Inspiration strahlen die Modelle der Q Serie ein ordentliches Maß Charakter und Eigenständigkeit aus – schließlich verarbeiteten die Designer:innen auch eine gute Portion eigener Kataloghistorie in der Uhren. Seitdem sahen wir eine stetige Erweiterung des Katalogs, viele neue Modelle, aufregende Farben und sogar Versionen mit automatischem Antrieb. Die nun vorbestellen Zeitmesser sind mit einem Quarzantrieb ausgestattet und erstmalig mit einer Komplikation verfügbar: Einer GMT-Funktion

Drei Varianten sind in einem 38 mm Gehäuse verfügbar, welche sich durch die Farben der Lünetten-Inlays unterscheiden. Ein klassisches Blau/Rot, ein ebenfalls beliebtes Schwarz/Blau und ein urban wirkendes Schwarz/Grau halten für jeden Geschmack etwas bereit. Letzteres Modell ist zudem an einem integrierten Kautschukarmband erhältlich, während die ersten beiden Varianten an einem Stahlarmband verfügbar sind, welches wie aus einer Zeitkapsel zu uns gebeamt wirkt. Neben einem Acrylglas auf der Vorderseite finden wir ein Oldschool-Batteriefach auf der Rückseite. Man hätte dieses sicherlich – wie bei anderen modernen Quarzuhren – unter einem soliden Gehäuseboden verstecken können, jedoch entschied sich Timex dazu, dem Vintageappeal der Uhren treu zu bleiben und keinen Hehl aus dem Batterieantrieb zu machen. Und ich liebe es! Preis: 199 € am Kautschuk-, 219 € am Stahlband. Wie auch schon ihre Vorgängermodelle sind die Uhren seit ihrer Vorstellung ausverkauft. HIER

Bild: Timex – siehe Link.


Kürzer gesagt – Mehr Neuigkeiten aus der Uhrenindustrie

Neuvorstellung – Baltic Aquascaphe Dual Crown

2017 gegründet wurde die französische Marke Baltic schnell zum Geheimtipp. Tolle Designs, Detailverliebtheit und attraktive Preise machen jeden Release praktisch unverzüglich vergriffen. Nun präsentiert man uns eine Taucheruhr anlässlich des 5-jährigen Jubiläums. HIER.

Neuvorstellung – Bell & Ross BR V2-92

Passend zum wärmeren Wetter präsentieren Bell & Ross zwei farbenfrohe Uhren, die sich am Pilotendesign inspirieren. Als perfekte Begleitung erscheinen die Uhren in runden Gehäuse und eine Variante verfügt sogar über ein gänzlich leuchtendes Zifferblatt. HIER

Neuvorstellung – Casio G-Shock „CasioOak“

Die CasiOak ist drauf und dann das beliebteste Stück des Katalogs zu werden – und das nicht nur unter Uhrenbegeisterten. Seit der Erstvorstellung 2019 hat sich jedoch einiges getan. Die neuen Modelle verfügen über Bluetooth-Technologie, sowie eine effiziente Solar-Ladefunktion. HIER.

Neuvorstellung – Longines Elegant Kollektion 

Ein matt weißes Zifferblatt, gedruckte römische Ziffern, schlanke Zeiger, eine kleine Sekunde und 39 mm Gehäusedurchmesser. Klingt klassisch und elegant? Absolut! Ergänzungen der Kollektion liefern ein echtes Erlebnis für Fans zeitloser Designs. HIER

Neuvorstellung – Citizen Promaster Mechanical Diver 200M

1983 wurde eine Citizen Challenge Diver an einen australischen Strand gespült. Bedeckt von Algen, Muscheln und Korallen bezeugte sie die Robustheit der japanischen Taucheruhren. Inspiriert von diesem Fund ist nun die neue Promaster Mechanical Diver aus Titan. HIER.

Neuvorstellung – Maurice Lacroix Aikon Tide Kollektion

Still und heimlich stellte ML eine neue Kollektion innerhalb der beliebten Aikon Serie vor. Rezyklierter Plastikmüll dient als Material für die bunten Gehäuse, ein Quarzwerk treibt die Uhren an, der Preis ist äußerst erschwinglich. Sie richten sich klar an jüngeres Publikum und könnten einen perfekten Start in das Hobby abgeben. HIER


#altherrweekendwristshot

Ihr findet eure Wristhshots ab sofort auf YouTube in der Altherr Sprechstunde. Jeden zweiten Mittwoch LIVE um 20:15 Uhr (MEZ).


Und jetzt seid ihr gefragt! Wie immer möchte ich unbedingt wissen, welche Neuvorstellung euch am besten gefallen hat! Ihr erreicht mich per Mail unter severin.giesswein@altherr.de oder ihr antwortet einfach direkt auf die Sekundenstopp-Mail in eurem Postfach! Falls ihr auch in Zukunft mit den heissesten News aus der Uhrenindustrie versorgt werden möchtet, dann klickt oben auf den Community-Button. Verpasst auch auf keinen Fall die Altherr Sprechstunde – mein LIVE-Format auf YouTube, in welchem wir uns am Mittwoch um 20:15 Uhr (MEZ) über alle News austauschen, eure #altherrweekendwristshots der Community vorstellen und gemeinsam eine gute Zeit haben! Ich freue mich auf euch!

Und damit sind wir am Ende der heutigen Ausgabe angelangt. Ich danke euch von Herzen für euer Interesse und hoffe, wir sehen uns am Mittwoch, dem 04. Mai um 20:15 LIVE auf YouTube in der Altherr-Sprechstunde, in welcher wir die Releases gemeinsam besprechen. Bis dahin, macht's gut!

Euer Severin

Falls ihr Interesse an einer der vorgestellten Marken oder Uhren habt, dann stöbert doch gerne durch unsere Website. Marke im Sortiment, aber die entsprechende Uhr nicht gefunden? Kein Problem – sprich uns gerne an unter info@altherr.de. 

 

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