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Die Besonderheiten der Manufaktur NOMOS Glashütte

NOMOS Glashütte ist eine äußerst besondere und einmalige Manufaktur. Alleinstellungsmerkmale sind die Manufakturkaliber und der große Anteil an Handarbeit, sowie die eigenständigen Bauhaus-Designelemente. In diesem Preisbereich ab 1000,00€ hebt sich NOMOS unter diesen Aspekten deutlich von der Konkurrenz ab.  

 

Die Kaliber Alpha und Epsilon

Trotz der recht kurzen Geschichte, die nur bis ins Jahr 1990 zurückreicht, hat sich NOMOS seit der Ankündigung des Handaufzugskalibers Alpha im Jahr 2005 und des Automatikkalibers Epsilon im Jahr 2006 darauf beschränkt, Uhren ausschließlich mit hauseigenen Werken herauszubringen. In Kombination mit der klaren Bauhaus-Designsprache hat sich die Manufaktur damit ihren guten Ruf unter Uhrenliebhaberinnern und Uhrenliebhabern erarbeitet. Die beiden Werke, Alpha und Epsilon, machen immer noch einen Großteil der Kaliber in den neuesten NOMOS-Veröffentlichungen aus.

Das Swing-System

Jedoch war NOMOS Glashütte nicht völlig unabhängig von Bauteillieferungen Dritter, wie an sich fast alle Uhrenunternehmen weltweit. Das Assortiment, das winzige, aber hochkomplexe Herz jedes Kalibers, ohne das eine mechanische Uhr weder Tick noch Tack macht, mussten und müssen fast alle Hersteller von einem einzigen Lieferanten in der Schweiz zukaufen. Das Assortiment wird auch Reglage oder Hemmung genannt und besteht aus Unruh, Spirale, Ankerrad und Anker sowie weiteren winzigen Teilen.

2014 wurde das Swing-System - die hauseigene Hemmung, Unruhspirale und Unruh - in der Metro Datum Gangreserve eingeführt.

Die Einführung einer neuen, hausintern hergestellten Hemmung ist etwas, das in der modernen Uhrenindustrie normalerweise nicht vorkommt, da die Produktion dieser grundlegenden Uhrenkomponente auf einige der größten und prestigeträchtigsten Hersteller beschränkt ist. Für eine unabhängige Marke von der Größe von NOMOS musste sie sich auf eine Lieferkette verlassen, um geeignete Hemmungen für den Einsatz in hauseigenen Kalibern wie Alpha und Epsilon zu erhalten. Da NOMOS die meisten Komponenten für seine Uhrwerke bereits in den Glashütter Werkstätten herstellte, entschloss sich das Unternehmen zu einer finanziellen und zeitlichen Investition, um den Code der modernen Hemmungsproduktion zu knacken. Und es war eine bedeutende Investition für das Prestige der Manufaktur. 

Für die Forschung und Entwicklung kooperierte NOMOS mit der Technischen Universität Dresden, die etwa eine Stunde von Glashütte entfernt liegt. Nach sieben Jahren Arbeit und über 12 Millionen Euro fand NOMOS seine Lösung mit dem Swing-System, einer neuen Variante der klassischen Ankerhemmung, die man sofort an der gehärteten blauen Unruhspirale und der verschraubten Unruhbrücke erkennen kann. Ein großes Risiko, das  sich für das Unternehmen auszahlte!

 

Die beeindruckenden NOMOS-Automatikkaliber

Doch das Swing-System war nur der Anfang: Ein Jahr später folgte das Automatikkaliber DUW 3001, das in eine neue Serie von Uhren mit der Bezeichnung “Neomatik" eingebaut wurde, die alle mit dem Swing-System ausgestattet sind. DUW steht in diesem Fall für Deutsche Uhrenwerke, während Neomatik einfach für "neu" und "automatisch" steht. 

Das DUW 3001, das erste Neomatik-Uhrwerk, war eine völlige Neuentwicklung, behielt aber viele der charakteristischen Merkmale der Marke bei, wie zum Beispiel die insgesamt geringe Bauhöhe (bemerkenswerte 3,2 mm für ein Vollrotorwerk) und die traditionelle deutsche Dreiviertelplatine. Um die Schlankheit des Werkes zu erhalten, für die die Marke bekannt ist, mussten fast alle Komponenten des DUW 3001 zwischen der Grundplatine und der sichtbaren Dreiviertelplatine untergebracht werden. 

 

Das DUW 6101

Das DUW 6101 mit Datumskomplikation stand im Mittelpunkt der Baselworld 2018 und wurde in sechs verschiedenen neuen Uhren vorgestellt, darunter drei Uhren, die im wahrsten Sinne des Wortes als "Update"-Kollektion bezeichnet werden. Das DUW 6101 verfügt natürlich auch über das Swing-System und verwendet das DUW 3001 als Basis. Die außergewöhnlichste Eigenschaft des DUW 6101, was dieses Uhrwerk so besonders macht, ist der Schutz, den es vor schädlichen Bedienungsfehlern bietet. Während das Standard-Datumsschaltrad in jeder modernen Uhr ein mal pro Tag umschaltet, besteht der Ansatz von NOMOS aus kleineren Rädern mit jeweils zwei Ebenen, die im Uhrwerk gegenüberliegend angeordnet sind.

Eines der gestapelten Räder nennt NOMOS die Datums-Programmscheibe, die auf ihrer oberen Ebene eine einzigartige Hammer- und Nockenanordnung hat, die sich viermal pro Tag dreht. Bei der letzten Umdrehung des Tages, gegen Mitternacht, drückt der Nocken den Hammer gegen die Zähne des Datumsrings, wodurch das Datum schließlich vorwärts klickt. Diese kleinere Anordnung ermöglicht es dem Uhrwerk, schlank zu bleiben und eine kürzere Einrastzeit von weniger als 30 Minuten zu erreichen. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Zeitspanne, in der das Uhrwerk nicht manuell verstellt werden sollte, etwa 45 Minuten vor und nach Mitternacht beträgt und nicht, wie sonst üblich, zwei Stunden davor und danach.

Wird die Schnellverstellung durch Herausziehen der Krone in die zweite Position während der 90-minütigen Vorwarnzeit des DUW 6101 aktiviert, verhindert der Hammer, dass das Sternrad in den Datumsring eingreift und schützt somit das Uhrwerk.