Glashütte ist eine bekannte Kleinstadt im deutschen Osterzgebirge. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, südlich von Berlin und nahe Dresden, werden seit über 175 Jahren leidenschaftlich Uhren gefertigt. Zwischen Wäldern und Hügeln finden sich einige der besten Uhrmacher der Welt - eine Tradition entstanden aus einer spannenden Geschichte. 

Ab dem 15. Jahrhundert lebten die Menschen in die dieser Gegend vom Bergbau, jedoch bahnte sich eine große Not an, Als die Silber- und Kupfererzvorkommen versiegten. Daraufhin beorderte Friedrich August II - der König von Sachsen - den Uhrmachermeister Ferdinand Adolph Lange im Jahr 1845 nach Glashütte. Er sollte neue Zeiten nach Glashütte bringen, indem er die Menschen dort zu Uhrmachern ausbilde und eine Uhrenindustrie nach Schweizer Vorbild aufbaue. Arbeitsteilige Produktion war das Ziel mit Konstrukteuren, Regleuren, Zifferblatt-, Zeiger- und Gehäuseherstellern. 

Deswegen haben sich hier die Tradition und Handwerkskunst etabliert. Seien es heutzutage die begabten Hände der Uhrmacher von A. Lange & Söhne, Union Glashütte oder NOMOS Glashütte. 

 

Die Namensbezeichnung Glashütte 

Um den Name “Glashütte” als Herkunftsbezeichnung zu tragen, gelten strenge Regeln: So darf eine Manufaktur  nur den Ausdruck „Glashütter Uhr“ verwenden, wenn mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung am Kaliber einer Uhr vor Ort in Glashütte geschieht. NOMOS Glashütte kommt anstelle der geforderten 50 Prozent auf bis zu beeindruckende 95 Prozent je nach Kaliber. Des Weiteren gibt es weitere Elemente, an denen man ein Glashütter Kaliber erkennen kann.  Das sind die folgenden Merkmale:

  1. Die Dreiviertelplatine (siehe unten), die das Federhaus und Räderwerk bis zum Ankerrad überspannt: Sie ist eine eine besonders stabile und überaus schöne Konstruktion mit einer langen Tradition von über 150 Jahren.
  2. Das Glashütter Gesperr, als Teil des Aufzugsmechanismus. Die Sperrfeder des Mechanismus hat eine eine lange geschwungene Form. Das unterscheidet sie von den Schweizer Aufzügen. 
  3. Die Schwanenhalsfeinregulierung sorgt für beste Gangenauigkeitswerte. 
  4. Die temperaturgebläuten Schrauben erhalten ihre Farbe durch Erhitzen des Stahls auf mehr als 290 Grad. 
  5. Die einzigartigen Schliffe: Unter anderem die Perlage als Veredelung des Uhrwerkes, Glashütter Streifen- und elde Sonnenschliffe.

 

Die junge aber beeindruckende Geschichte von NOMOS Glashütte

1990 wurde NOMOS Glashütte von Roland Schwertner gegründet. Heute ist die Manufaktur in Glashütte der größte Hersteller mechanischer Uhren in Deutschland. Und das in edelster Handarbeit in der Kleinstadt im deutschen Osterzgebirge. Hier beschäftigt NOMOS 260 Mitarbeiter, die die Uhren und Werke in bester Qualität von Hand fertigen. Von der Wertschöpfungskette entsteht in Glashütte bis zu 95% eines Kalibers. Das geschieht in der NOMOS-Chronometrie, im ehemaligen Glashütter Bahnhof, und in der Fertigung in Glashütte-Schlottwitz. Damit ist Glashütte zweifelsfrei der größte Standort von NOMOS Glashütte, jedoch beschäftigt die Manufaktur weitere Mitarbeiter in New York und vor allem in der Designabteilung in Berlin.

Die Bezeichnung „Manufaktur“ gilt in der Welt der mechanischen Uhren als hochgeschätzte Auszeichnung. Darunter versteht man, dass der Hersteller die Werke seiner Zeitmesser nicht bei Dritten zukauft, sondern selbst konstruiert und baut. 

NOMOS Glashütte entwickelt und fertigt ausschließlich eigene Kaliber und geht dahingehend weiter, da sie sogar im Swing-System ein eigenes Assortiment konstruiert hat. Das Assortiment wird auch Hemmung genannt und besteht aus Unruh, Spirale, Ankerrad und Anker, sowie weiteren winzigen Teilen. Zudem entsteht jede Uhr komplett im Hause NOMOS, vor Ort in Glashütte. 

Die allermeisten Arbeiten bei NOMOS geschehen von Hand. Unter anderem das Fräsen von Platinen, Brücken und Räder, das Blauen von Schrauben bei 290 Grad, Kanten anglieren und Kaliber aufs Feinste regulieren. Beispielsweise in der NOMOS-Chronometrie. 

Mit unglaublichem Aufwand fertigen und verfeinern die NOMOS-Uhrmacher die vielen Teile der Kaliber fast komplett von Hand. Maschinen werden nur dort verwendet, wo es um Tausendstel Millimeter geht und dabei hightech präziser und der Handarbeit überlegen ist.